Fett – Unsere vielseitige Energiequelle

Fett ist ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Ernährung – ohne es kann der menschliche Körper nicht funktionieren. Dabei dient Fett nicht ausschließlich als energiereiches Brennmaterial, sondern ist maßgeblich an der Produktion von Hormonen beteiligt. Besonders in Industrieländern ist der übermäßige Fettanteil der Ernährung für zahlreiche gesundheitliche Probleme verantwortlich.

Nahrungsfett – Energieträger und Baustoff zugleich

Unter Fett verstehen wir wasserunlösliche Stoffe, die in unserer Nahrung vorhanden sind. Diese lassen sich in Neutralfette und fettähnliche Substanzen unterscheiden. Aufgrund ihrer chemischen Struktur sind ausschließlich Neutralfette als Energieträger für den Organismus geeignet.

Im Gegensatz dienen die fettähnlichen Substanzen als Bausteine für Zellmembranen und die Produktion von Hormonen. Dank ihres hohen Brennwertes von 9,3 Kilokalorien pro Gramm eignen sich Neutralfette hervorragend als Energieträger. Im Gegensatz zu Kohlenhydraten kann der Körper diese in annähernd unbegrenzter Menge im Gewebe unter der Haut speichern. Körperfett besteht zu einem Teil aus Wasser, was dessen Brennwert auf sieben Kilokalorien pro Gramm reduziert. Wir unterteilen Nahrungsfett anhand der Kettenlänge seiner Fettsäuren sowie deren Sättigung mit Wasserstoffatomen, in gesättigte und ungesättigte Fettsäuren.

Vorsicht bei gesättigten Fettsäuren

Fleisch, Milchprodukten sowie Gebäck enthalten große Mengen gesättigter Fettsäuren, die sich durch ihre feste Konsistenz bei Raumtemperatur kennzeichnen. Darüber hinaus sind sie im Gegensatz zu ungesättigten Fettsäuren deutlich schwerer verdaulich. Da unserer heutigen Ernährung zu viele gesättigte Fettsäuren enthält, kann selbst eine ausgewogene Mischkost bedenklich für unser Wohlbefinden sein.

Der Konsum dieser Fette führt zum Anstieg des Cholesterinspiegels, wodurch sich vermehrt Kalk in den Arterien ablagert. Weiterhin kommt es infolge der hohen Menge an Cholesterin im Blut zur verminderten Reaktion der Körperzellen aus Insulin. Dies führt zur Erhöhung des Insulinspiegels, was das vermehrte Einlagern von Fett in den Zellmembranen zur Folge hat. Folglich ist die Kombination aus gesättigten Fettsäuren und Kohlenhydraten, die den Ausstoß großer Mengen Insulin hervorrufen, besonders problematisch.

Fett hält uns am Laufen

Im Fall der ungesättigten Fettsäuren unterscheiden wir zwischen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Erstere kann der Körper in Eigenregie herstellen. Darüber hinaus finden sie sich in Olivenöl, Mandeln und Haselnüssen. Nahrungsfett in dieser Form leistet seinen Beitrag, die Menge des „schlechten“ LDL-Cholesterins im Blut zu senken und somit das Verkalken der Blutbahnen zu verhindern.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind leichter verdaulich als gesättigte. Dennoch setzt sie der Körper vorrangig als Bau- und Funktionsstoff ein. Vor allem das Verdauen von fettlöslichen Vitaminen würde ohne sie nicht funktionieren. Da der Organismus mehrfach ungesättigte Fettsäuren nicht herstellen kann, ist die regelmäßige Zufuhr durch Nahrungsfett notwendig.

Omega-Fettsäuren sind wichtig

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die wir über das Nahrungsfett beziehen, unterteilen wir in Omega-3 und -6 Fettsäuren. Letztere finden sich in Haferflocken, Distel- sowie Sonnenblumenöl. Empfohlen wird eine tägliche Zufuhr von fünf bis sieben Gramm, um Beschwerden wie Nierenschäden, Haarausfall oder entzündlichen Ausschlägen vorzubeugen. Im Gegensatz enthält vor allem fettiger Seefisch, wie Lachs und Hering, nennenswerte Omega-3-Konzentrationen.

Um den täglichen Bedarf zu decken, reicht die Zufuhr von einem Gramm pro Tag aus. Der Mangel an Omega-3 Fettsäuren kann beispielsweise Sehstörungen und psychische Veränderungen nach sich ziehen. Um diesen Wert über Nahrungsfett zu erreichen, sind 2-3 Portionen Fisch pro Woche notwendig.

Gesundheitliche Risiken durch Ungleichgewicht der Fettsäuren

Im Bezug auf die mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist nicht die Menge, sondern das Verhältnis untereinander ausschlaggebend. Über Jahrtausende hielt sich das Verhältnis zwischen Omega-3 und -6 Fettsäuren in der Ernährung die Waage. Im Lauf der letzten hundert Jahre hat sich dieses Verhältnis vor allem in den Industriestaaten gewandelt. Heute konsumieren wir zehn bis zwanzigmal mehr Omega-6 Fettsäuren.

Diese Überversorgung basiert auf dem übermäßigen Verzehr von Pflanzenöl und Getreide. Eine extreme Differenz führt zu vermehrter Aktivität entzündlicher Prozesse, was bei Sportlern die Anfälligkeit für Blessuren erhöht. Um das empfohlene Verhältnis von maximal 1:4 zu erreichen, ist es notwendig, dass wir Nahrungsfett über Omega-3-reiche Quellen beziehen. Im Gegenzug ist darüber hinaus der maßvolle Umgang mit Omega-6-Quellen wie Pflanzenöl notwendig.

Merke: Fett ist nicht gleich Fett!

Aus diesem Grund ist es notwendig, dass wir darauf achten, aus welcher Quelle unser Nahrungsfett stammt. Denn im besten Fall erreichen wir durch die Auswahl der richtigen Lebensmittel eine gesunde Balance zwischen den unterschiedlichen Fettsäuren. Dies beugt Beschwerden vor und garantiert darüber hinaus die optimale Leistungsfähigkeit im Sport.

2016-11-22T12:16:55+00:00